Grundlagen der Anwaltsvergütung

Die Höhe der anwaltlichen Vergütung ergibt sich entweder aus dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) oder aus einer Vergütungsvereinbarung. Vergütungsvereinbarungen sind statt der Abrechnung der gesetzlichen Gebühren immer möglich. Es sind jedoch die Regelungen der §§ 49b BRAO und 3a ff. RVG zu beachten. In gerichtlichen Verfahren können die gesetzlichen Gebühren jedoch nicht durch Vereinbarungen unterschritten werden. Die Vereinbarung einer höheren als der gesetzlichen Vergütung ist jederzeit möglich.

 

Gesetzliche Gebühren

Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz besteht zunächst aus dem Gesetzestext und zusätzlich dem Vergütungsverzeichnis. Der Gesetzestext enthält die allgemeinen gebührenrechtlichen Vorschriften, das Vergütungsverzeichnis die einzelnen Gebührentatbestände. Im zivil-, verwaltungs- und sozialrechtlichen Bereich berechnen sich die Gebühren nach dem Gegenstandswert. Der Gegenstandswert entspricht für gewöhnlich der Höhe der Forderung, wobei es hier besondere Berechnungsvorgaben, etwa für monatliche Rentenleistungen oder Mietrechtliche Angelegenheiten gibt.

 

Dem Gegenstandswert ordnet das RVG nach einer Tabelle eine bestimmte "Gebühr" zu, die im außergerichtlichen Bereich je nach Art und Umfang, Bedeutung der Sache sowie Schwierigkeitsgrad der rechtlichen Bearbeitung mit einem Faktor von 0,3 bis 2,5 der einfachen Gebühr multipliziert wird. Im Regelfall wird bei außergerichtlichen Tätigkeiten der Faktor 1,3 angesetzt. Finden beispielsweise außergerichtliche Verhandlungen, Ortstermine, Erörterungen mit Sachverständigen etc. statt, kann sich diese Gebühr je nach Aufwand, Bedeutung und Umfang der rechtlichen Bearbeitung erhöhen. Wird ein außergerichtlicher Vergleich abgeschlossen, entsteht eine zusätzliche Einigungsgebühr in Höhe von 1,5 der Grundgebühr.

 

Wird Prozessauftrag erteilt und kommte es zum Gerichtsverfahren, entsteht im Zivilrecht regelmäßig eine 1,3-Verfahrensgebühr, wenn die Klage eingereicht wird und eine 1,2-Terminsgebühr, wenn die Sache verhandelt wird. Im  Falle eines Vergleichs ist eine 1,0-Einigungsgebühr anzusetzen.

Für die Klageeinreichung fallen Bearbeitungsgebühren bei Gericht in Höhe von drei Gerichtskosten-Gebühren nach dem jeweiligen Gegenstandswert der Sache an, die mit der Erhebung der Klage einzuzahlen sind.

 

 

Kostenrechner

Im Folgenden haben Sie die Möglichkeit, sich unter Angabe des Gegenstandswertes die Gebühren und das Prozesskostenrisiko anzeigen zu lassen.

 

Diese Erläuterungen betreffen nur einige grundsätzliche Eckwerte der Gebührenabrechnung. Einen weiteren Überblick kann Ihnen ein Blick auf die Homepage der BRAK (bundesrechtsanwaltkammer) verschaffen. 

 

Ich informiere Sie selbstverständlich im Einzelfall über die möglichen Kostenrisiken und das Gebührenaufkommen des Mandats. Sie haben noch Fragen? Rufen Sie mich einfach an unter 0821 20 94 04 61 oder nutzen Sie mein Kontaktformular.

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