Corona-Skandal im Krankenhaus Friedberg

Am 24.02.2021 berichteten die Medien, unter anderem der Bayerische Rundfunk davon:

 

Sieben Todesfälle: Task Force belastet Friedberger Klinik schwer

 

Nach bisherigen Erkenntnissen besteht der Verdacht, dass Mitte November 2020 beim Auftreten von zahlreichen Corona-Fällen im Krankenhaus Friedberg massive Fehler begangen wurden.

 

So wurde beispielsweise nicht hinterfragt, ob sich Patienten oder medizinisches Personal im Krankenhaus selbst angesteckt haben könnten. Eine Prüfung nach "innen" fand nicht statt. Das Krankenhaus ging vielmehr davon aus, dass das Auftreten von Corona-Fällen allein auf außerhalb des Krankenhauses liegende Umstände zurückzuführen sei. So wurde etwa ohne eine rechtfertigende Grundlage vermutet, dass sich eine mit dem SARS-CoV-2-Virus angesteckte Ärztin zu Hause bei ihren Kindern angesteckt habe. Dabei wurde nicht einmal kontrolliert, ob die Kinder der Ärztin ein positiv getestet wurden.

 

Erst am 12. Januar 2021 wird eine Dienstanweisung zum Umgang mit Corona-Fällen herausgegeben, die zudem sehr knapp gehalten war. Laut den Aussagen von Betroffenen wurde auch keine räumliche und personelle Trennung von Infizierten, Verdachtsfällen und Gesunden vorgenommen. 

 

Das Landesamt für Gesundheit stellte zahlreiche weitere massive Versäumnisse im Hygienebereich des Krankenhaus Friedberg fest, etwa, dass das Personal zur Klinikhygiene unterbesetzt gewesen sei, FFP2-Masken falsch gelagert wurden, Händedesinfektion nicht eindeutig gekennzeichnet gewesen sei, Anweisungen für die nötige Einwirkzeit fehlten und Kot nicht ausreichend beseitigt worden sei.

 

Viele betroffene Patienten/Patientinnen oder die Angehörigen der verstorbenen Corona-Patienten/Patientinnen stellen sich nun die Frage wie es weitergehen soll, ob die Behandlung gegen den Virus erfolgreich war oder ob Spätfolgen bleiben oder wie mit dem Verlust des Angehörigen zu leben sein wird. Nach dem ers­ten Schock und der Verarbeitung der Trauer kommt aber auch die Frage auf, wel­che recht­li­chen Mög­lich­kei­ten zur Verfügung stehen, um gegen das Krankenhaus vorzugehen.

 

Dabei gibt es mehrere Ansätze, die dem Geschädigten offenstehen.

 

So kann zunächst das Strafverfahren eine Rolle spielen. Die Ermittlungen laufen zwar bereits. Allerdings besteht für den Patienten die Möglichkeit, sich mittels Strafantrag, Nebenklage oder Adhäsionsverfahren am Strafverfahren zu beteiligen. Unter Berücksichtigung des strafrechtlichen Beweismaßstabs erscheint ein strafrechtliches Verfahren aber eher nicht erfolgsversprechend, da der Nachweis einer durch eine Pflichtverletzung einer verantwortlichen Person verursachten Corona-Infektion eindeutig sein muss.

 

Neben dem Strafverfahren besteht selbstverständlich auch die Möglichkeit, zivilrechtlich gegen das Krankenhaus vorzugehen. Im Zivilverfahren werden die Schadensersatzansprüche (u.a. das Schmerzensgeld, Unterhaltsschäden, Beerdigungskosten) behandelt. Auch hier muss zur erfolgreichen Durchsetzung eines solchen Anspruchs nachgewiesen werden, dass die Ansteckung tatsächlich durch eine Fehlbehandlung/Pflichtverletzung eingetreten ist. Auf Grund der massiven Verstöße könnte hier womöglich aber auch eine Beweislastumkehr anzunehmen sein. 

 

Sollten auch Sie davon ausgehen, sich während einer Behandlung im Krankenhaus Friedberg angesteckt zu haben oder sind Sie ein Angehöriger eines in Folge der Corona-Infektion verstorbenen Patienten, dann stehe ich Ihnen gerne für ein Beratungsgespräch und eine anwaltliche Vertretung zur Verfügung.

 

Kontaktieren Sie mich einfach und wir besprechen ganz in Ruhe und ausführlich das weitere Vorgehen.

 

Ihr Rechtsanwalt Dr. Stiel

Fachanwalt für Medizinrecht

Gessertshausen und Augsburg